| Wir gratulieren Kim Olejnik zur Auszeichnung zum schmetterlingsfreundlichen Garten. Im Rahmen des Projekts "Mehr Platz für Falter - Jetzt wird's bunt!" ehrt damit der NABU NRW Menschen, die ihre Gärten besonders naturnah gestalten und so einen Beitrag zu mehr Artenvielfalt leisten. | ![]() |
Klimaheld*in 2023: Beim lokalen Nachhaltigkeitspreis der Volksbank Ruhr Mitte wurden die Sieger gewählt. |
Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern! Besonders möchten wir Ingo Koslowski und Rainer Stawikowski zum 1. und 2. Preis in der Kategorie Einzelpersonen gratulieren! |
Erneut Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus" in Gelsenkirchen
Am 26. Juli 2023 war es wieder soweit: nachdem im letzten Jahr zum ersten Mal ein Gebäude als "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet werden konnte, wurde die NABU Plakette samt Urkunde an Frau Petra Schmidt-Lischka übergeben. In den Ställen des Hofes im Gelsenkirchener Norden gibt es mittlerweile 14 Schwalbennester. Fast alle sind von Rauchschwalben besetzt. Frau Schmidt-Lischka achtet besonders darauf, dass alle Nester immer für die Schwalben erreichbar bleiben. In der Nähe der Ställe wird eine Wasserstelle unterhalten. Neben den vielen Schwalben brüten auf dem Hof auch noch zwei Schleiereulen. Eine Wiese mit alten Obstbäumen bietet Steinkäuzen, Tauben und vielen anderen Vögeln einen hervorragenden Lebensraum.
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Lurch des Jahres 2023 ...
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ist der Kleine Wasserfrosch. Der Name passt, denn mit einer Kopf-Rumpf-Länge
(KRL) von höchstens 80 Millimetern ist er der kleinste Vertreter der drei bei
uns heimischen Wasserfroscharten. Weitere gelegentlich benutzte Bezeichnungen
für Pelophylax lessonae – so sein
wissenschaftlicher Artname – sind „Tümpelfrosch“, „Zwergwasserfrosch“, „Kleiner
Teich-“ und „Kleiner Grünfrosch“.
Im Vergleich zu seinen beiden größeren Verwandten, dem bis zu 120 Millimeter langen Teichfrosch (P. esculentus) und dem bis zu 140 Millimeter langen Seefrosch (P. ridibundus), gilt der „Kleine Grüne“ erstaunlicherweise immer noch als wenig erforscht. Dieser Umstand und die Tatsache, dass die Bestände von P. lessonae bundesweit rückläufig sind – er ist der einzige Lurch, der in der aktuellen Roten Liste der Amphibien Deutschlands (Bundesamt für Naturschutz 2020) in der Kategorie „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“ geführt wird –, haben die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) und ihre Kooperationspartner (darunter der NABU) veranlasst, den Kleinen Wasserfrosch zum „Lurch des Jahres 2023“ zu wählen. Ausführliche Informationen über P. lessonae bietet die DGHT unter https://www.dght.de/pressemitteilung-lurch-des-jahres-2023 (auch zum Download).
Und wie steht es um Gelsenkirchens Wasserfrösche?
Der Teichfrosch – übrigens eine Hybridform zwischen Kleinem Wasser- und Seefrosch (siehe auch hierzu den genannten Link) – ist an gar nicht wenigen Gewässern im Stadtgebiet anzutreffen, nicht nur in Naturschutzgebieten, sondern auch an manchen Parkteichen, beispielsweise im Nordsternpark.
Ob es den Seefrosch bei uns (noch) gibt, ist fraglich; sichere Bestandsnachweise liegen zurzeit jedenfalls nicht vor.
Ähnlich sieht es beim Kleinen Wasserfrosch aus. Zwar ließen sich noch vor gut sechs Jahren (Mai 2016) Grünfrösche (nebst Kaulquappen) mit charakteristischen P.-lessonae-Merkmalen (geringe Größe, arttypische Färbung und Zeichnung) an Wiesentümpeln im äußersten Norden der Stadt beobachten, doch wurden meines Wissens seitdem keine Nachweise mehr erbracht – vermutlich (auch) eine Folge des vorzeitigen und vollständigen Austrocknens der einstigen Laichgewässer in den immer wärmeren und trockeneren Sommern.
Somit steht zu befürchten, dass es den Kleinen Grünen in GE nicht mehr gibt.
Rainer
Stawikowski
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Bei
diesem „Grünfrosch“ dürfte es sich um einen Kleinen Wasserfrosch handeln; fotografiert
auf einer Wiese in GE-Scholven, Mai 2015 |
Kaulquappe
des Kleinen Wasserfrosches; die helle Binde zwischen Maul und Auge (Kreis) ist
ein typisches Artmerkmal |
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Einstiger
Lebensraum von Pelophylax lessonae: Wiese
mit mehreren unterschiedlich großen Tümpeln, GE-Scholven, Mai 2015 |
In
Gelsenkirchen an zahlreichen Gewässern anzutreffen: Teichfrosch (P. esculentus); gesehen auf der Halde
Rheinelbe, Juli 2021 |
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Rufender
Seefrosch (P. ridibundus);
aufgenommen im Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum, Juni 2015; ob
die Art in GE noch vorkommt, ist fraglich. |
Gabel-Azurjungfer - endlich ein Weibchen!
Vor etwa einem Jahr berichtete ich über meine erste Begegnung mit der Gabel-Azurjungfer im Berger Feld (18. Juni 2021). Rund einen Monat später (23. Juli) sah ich Coenagrion scitulum dann auch im Emscherbruch (NSG nördlich der A2). Zu Gesicht bekam ich – wie bei wenigen weiteren Gelegenheiten im letzten Jahr – immer nur einzelne Männchen.
Meine Freude war groß, als ich am 18. Mai dieses Jahres im Berger Feld gleich zwei Männchen und bei zwei weiteren Besuchen jeweils ein Tier antraf. Am 16. Juni fand ich eine männliche Gabel-Azurjungfer im Emscherbruch zwischen Münsterstraße und Zentraldeponie und hier am 28. Juni endlich ein Weibchen.
Ähnlich wie ihre männlichen Artgenossen lassen sich auch weibliche Gabel- (Coenagrion scitulum) und Hufeisen-Azurjungfern (C. puella), Gemeine Becher- (Enallagma cyathigerum) und Pokaljungfern (Erythromma lindenii) an der Schwarzzeichnung des Abdomens voneinander unterscheiden, wobei die Grundfärbung jedoch artspezifisch variieren kann. So gibt es bei den Azurjungfern grüne und blaue Weibchen, bei der Becherjungfer außerdem weißliche und gelbe, während weibliche Pokaljungfern dreifarbig daherkommen: vorn grünlich, in der Mitte türkisblau, hinten hellbraun (siehe Bildunterschriften).
Vielleicht schafft die Gabel-Azurjungfer es ja, in Gelsenkirchen bodenständig, sprich heimisch zu werden?
Text und
Fotos: Rainer Stawikowski
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Intensiv blaues Weibchen der
Gabel-Azurjungfer; die mittleren Schwarzzeichnungen sehen ein wenig aus wie
Speerspitzen |
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Grünes und blaues Weibchen der
Hufeisen-Azurjungfer; beachte den weitgehend schwarzen Hinterleib |
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Kräftig blaues und gelbes Weibchen
der Gemeinen Becherjungfer; der Umriss der Schwarzzeichnung wird oft als
„torpedoförmig“ beschrieben |
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Auch bei den Weibchen der
Pokaljungfer ist die Abdomen-Oberseite nahezu durchgehend schwarz |
















